Amelia Moretti wurde am 27. Juli 1932 in Novi di Modena geboren und verstarb am 27. November 2021 in Campagnola Emilia (Reggio Emilia). Nach einem kurzen Aufenthalt mit der Familie bei den Großeltern in Novellara zog die Familie kriegsbedingt nach Turin, wo sie nach Abschluss des Lehrerinnendiploms die Akademie der Schönen Künste besuchte und Schülerin desjenigen wurde, der zu einem der größten Meister der italienischen Malerei der Nachkriegszeit werden sollte: Felice Casorati.
Unter der Anleitung Casoratis — der ihr Potenzial, ihre künstlerische Empfindsamkeit und ihr Bedürfnis erkannte, sich von den Zwängen des Formalismus zu befreien — lernte sie, sich vollständig nach ihren natürlichen Neigungen auszudrücken. Sie vollendete ihr Studium an der Akademie unter der Leitung von Francesco Menzio, der Amelia jedoch weniger interpretative Freiheit als Casorati einräumte.
Sie besuchte auch die Dekorationsschule, wo sie die Techniken der Freskomalerei erlernte, die sie sofort bei der Restaurierung des Freskos der Beata Vergine della Fossetta in Novellara in die Praxis umsetzte. Sie unterrichtete mit großem Engagement Kunst und Zeichnen an Mittelschulen in Turin bis zu ihrer Pensionierung. Ihren Schülern wusste sie stets ihre Leidenschaft für die Kunst in ihren vielfältigsten Formen zu vermitteln: Zeichnung, Keramik, Ölmalerei und mehr.
1963 verheiratet, hatte sie keine Kinder, was es ihr ermöglichte, unermüdlich in ihrem Atelier weiterzuarbeiten. Ihre Bilder betrachtete sie stets als ihre Kinder und hütete sie eifersüchtig bis zu ihrem Tod. Sie hinterließ eine überaus reiche Sammlung von Ölgemälden, Keramiken, Rötelzeichnungen, Aquarellen und Radierungen. Sie veranstaltete zahlreiche Ausstellungen in Italien und im Ausland, hatte aber stets Schwierigkeiten, sich von ihren Werken zu trennen, für die sie eine fast krankhafte Eifersucht empfand.
Bis 1975 malte sie ihre Ölbilder mit dem Pinsel; dann war sie aufgrund gesundheitlicher Probleme im Zusammenhang mit der Verwendung von Terpentin gezwungen, zur Spachtelmalerei überzugehen. Auch diese Schwierigkeit entmutigte sie nicht; im Gegenteil, sie sollte einige ihrer schönsten und modernsten Werke schaffen.